Die Hanfpflanze: Herkunft und Geschichte des Cannabis sativa

Die Hanfpflanze, deren wissenschaftliche Bezeichnung Cannabis sativa lautet, ist eine der ältesten Nutzpflanzen der Welt. Schon in der Steinzeit nutzten die Menschen ihre vielfältigen, nützlichen Eigenschaften.

Aus Nutzhanf hergestellte Produkte gewinnen momentan rasant an Beliebtheit. Dazu zählt auch CBD-Extrakt. Dieser wird aus den Blättern und Blüten der Hanfpflanze gewonnen und versetzt in Öl, als Liquid oder als Zutat in Kosmetikprodukten und Nahrungsmitteln angeboten. CBD soll viele gesundheitliche Vorteile haben, die von Anwendern weltweit geschätzt werden. Kaum jemand weiß jedoch, woher die Hanfpflanze stammt und wie alt sie eigentlich ist. Tatsächlich gehört die Hanfpflanze zu den ältesten Kulturpflanzen unserer Erde und ein Blick in ihre Vergangenheit lohnt sich.

Was ist Hanf?

Hanf war schon immer eine wichtige Nutzpflanze, die derzeit wieder stärker in den Fokus rückt. Einerseits ist die Hanfpflanze zum Verzehr geeignet und soll viele positive Effekte auf die Gesundheit haben. Andererseits eignet sie sich auch als Roh- und Baustoff, der sich industriell verarbeiten lässt.

Während die Hanfpflanze ursprünglich aus Zentralasien zu stammen scheint, ist sie wegen der Kultivierung durch den Menschen heute in vielen Ländern der gemäßigten und tropischen Zonen zu finden. Die Nutzpflanze besteht aus

  • Fasern,
  • Samen,
  • Blättern und
  • Blüten,

die zum Beispiel für die Herstellung von Seilen, Kleidung, Dämmplatten, CBD-Produkten und ätherischen Ölen verwendet werden können.

Als Nutzpflanze ist Hanf ideal geeignet, da er nicht nur sehr schnell wächst, sondern auch äußerst robust ist. In vielen Gegenden wächst die Hanfpflanze sogar wild und gedeiht ohne menschliches Zutun. Mittlerweile wird Nutzhanf auch immer häufiger in Europa angebaut. Bedeutsam ist dabei natürlich die kontinuierlich steigende Nachfrage nach CBD-Produkten.

Heute verwendeter, speziell gezüchteter Nutzhanf hat dabei einen THC-Gehalt von weniger als 0,2 Prozent. Das ist der Stoff, der für die berauschende Wirkung des Marihuanas verantwortlich ist. Im Nutzhanf findet man nur verschwindend geringe Mengen des psychotropen Wirkstoffs THC (Tetrahydrocannabinol). Nutzhanf darf deshalb nicht mit solchen Hanfpflanzen verwechselt werden, die für die Gewinnung von medizinischem Cannabis oder zur illegalen Produktion von Drogen angebaut werden.

Wo hat die Hanfpflanze ihren Ursprung?

Die Forschung geht davon aus, dass die Hanfpflanze ursprünglich in Zentralasien beheimatet war, vermutlich im heutigen Kasachstan. Die Menschen scheinen die zahlreichen nützlichen Eigenschaften des Hanfes schon frühzeitig entdeckt zu haben. Auf uralten Handelswegen wurde sie in alle Himmelsrichtungen getragen. Deswegen findet man heute in vielen Teilen der Welt verschiedenste Zeugnisse von der frühen Nutzung der Pflanze.

Offenbar erreichte die Hanfpflanze zum Beispiel Europa schon in der Steinzeit. Im heutigen Litauen fand man Reste von Hanfsamen und einem Hanffaden, deren Alter auf 4.300 bis 4.500 Jahre geschätzt wird. In der Geschichtsschreibung der Antike ist darüber hinaus belegt, dass die alten Griechen und auch die alten Ägypter Kleidung aus Hanfgewebe trugen. Auch das medizinische Potenzial der Hanfpflanze scheint der antiken Medizin bekannt gewesen zu sein.

Eindeutig belegt ist die frühzeitige intensive Nutzung des Hanfes jedoch in China. Dort schätzte man die Hanfsamen nicht nur wegen ihres hohen Nährwerts, sondern auch wegen des guten Geschmacks. Die äußerst robusten Fasern der Pflanze nutzte man außerdem zur Herstellung von Stoffen und Seilen. Besonders bemerkenswert ist allerdings der Einsatz der Cannabispflanze in der traditionellen chinesischen Medizin: In einem umfassenden Werk über Heilpflanzen, das um 300 v. Chr. verfasst wurde, wird Hanf als natürliches Mittel gegen Malaria, Rheuma und andere Gebrechen aufgeführt.

Zusammengefasst: Die Menschen erkannten den Nutzen von Hanf schon sehr früh. Seine Verwendung lässt sich bis in die Steinzeit zurückverfolgen.

Die Hanfpflanze im Mittelalter: eine wichtige Nutzpflanze

Im Mittelalter gewann die Hanfpflanze in Europa noch weiter an Bedeutung. Selbst der berühmte Kaiser „Karl der Große“ soll die Nutzpflanze im Jahre 812 eingesetzt haben, um Waffen, wie zum Beispiel den Langbogen, herzustellen. Die aus Hanffasern bestehenden Sehnen dieser Bögen sollen enormen Zugkräften standgehalten haben.

Ab dem 13. Jahrhundert wurde die Hanfpflanze dann auch in Europa für die Papierherstellung verwendet – in China tat man das bereits seit mehr als tausend Jahren. Ein bedeutender Schritt nach vorne, denn die Papierherstellung aus Holz erhob sich erst deutlich später zum Standard. Die ersten Druckversuche mit Hanfpapier sollen jedenfalls im Jahre 1290 in Nürnberg gemacht worden sein. Deutlich später, Mitte des 15. Jahrhunderts, setzte Johannes Gutenberg, der Erfinder des modernen Buchdrucks mit beweglichen Lettern, bei der Produktion seiner weltberühmten Bibeln ebenfalls auf Hanfpapier.

Doch damit nicht genug: Auch die amerikanische Unabhängigkeitserklärung wurde im Jahre 1776 auf Hanfpapier gedruckt.

Als robuster Werkstoff setzte sich Hanf ebenso durch. In der Schifffahrt diente die Hanfpflanze zum Beispiel als Grundlage zur Herstellung von äußerst widerstandsfähigen Seilen und Segeltüchern. Denn im Gegensatz zu Baumwolle haben Hanffasern den großen Vorteil, dass sie sich nicht mit Wasser vollsaugen und dem aggressiven Salzwasser lange standhalten.

Hanfpflanzen sind ideal zur Herstellung von Seilen
Aus einer Hanfpflanze lässt sich z.B. ein robustes Seil herstellen

Die Hanfpflanze in der Gegenwart

Es besteht also kein Zweifel daran, dass Hanf im Laufe der Geschichte kontinuierlich als vielseitiger und widerstandsfähiger Rohstoff eingesetzt wurde und dass man seine gesundheitsfördernden Eigenschaften schätzte. Dennoch verloren Hanfprodukte im 20. Jahrhundert rasant an Bedeutung. Denn die Industrie entdeckte neue Wunder-Rohstoffe: Kunstfasern und Kunststoffe. Diese waren billig herzustellen, vielseitig einsetzbar und galten als der neueste Stand der Technik.

Hanfprodukte wurden in speziellen Bereichen zwar weiterhin nachgefragt, aber sie führten viele Jahrzehnte eher ein Nischendasein. Erst in den Neunzigerjahren erlebte die Hanfpflanze als Rohstoff eine neue Blüte. Die Gesellschaft begann, die vielseitigen Eigenschaften des Naturproduktes wiederzuentdecken und sie auch in völlig neuen Bereichen einzusetzen. Hanf wurde nicht nur zur Herstellung von Kleidung, Stoffen und Seilen eingesetzt, sondern auch beim Hausbau, bei der Herstellung von Waschmittel und sogar in der Produktion spezieller Farben und Lacke.

Gerade in den letzten Jahren rückte ein weiterer Vorteil der Cannabispflanze in den Vordergrund: Sie kann einen großen Beitrag zur ökologischen Nachhaltigkeit leisten. Denn die Pflanze ist anspruchslos, kann fast überall wachsen und lässt sich komplett verwerten. Zudem hat sie hervorragende Recycling-Eigenschaften. Es steht deshalb zu erwarten, dass Hanfprodukte in der Zukunft wieder deutlich an Bedeutung gewinnen.

Die Hanfpflanze bietet viele Vorteile

Mittlerweile wird Hanf als Nutzpflanze auch von der Industrie und den Unternehmen sehr geschätzt. Schließlich zeichnet sich das Gewächs durch eine hervorragende Energiebilanz, gute Umweltverträglichkeit, hohe Widerstandsfähigkeit und lange Haltbarkeit aus. Zum Beispiel ist Hanf zwar etwas teurer als Baumwolle, er hält allerdings auch deutlich besser warm und daraus hergestellte Kleidung ist langlebiger.

Im Gegensatz zu anderen Nutzpflanzen kommt der Anbau von Cannabis außerdem ohne Pestizide und Herbizide aus, da die Pflanzen aufgrund ihrer hohen Widerstandsfähigkeit gegen die meisten Schädlinge resistent sind. Außerdem werfen sie aufgrund ihres schnellen Wachstums schon nach wenigen Wochen viel Schatten, sodass Unkraut kaum eine Chance hat.

Darüber hinaus gewinnt die Hanfpflanze als Nahrungs- und Nahrungsergänzungsmittel wieder rasant an Bedeutung. Die Samen der Pflanzen werden zum Beispiel für die Herstellung von Hanföl verwendet – ein beliebtes Speiseöl, das besonders reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren ist. Aus den Blüten und Blättern der Pflanze wird hingegen ein Wirkstoff namens CBD (Cannabidiol) gewonnen, der dann versetzt in hochwertigen CBD-Ölen, als CBD-Liquid oder in zahlreichen anderen Formen im Handel erhältlich ist. CBD ist so beliebt, weil es zur Linderung körperlicher und geistiger Beschwerden beitragen kann.

Zusammenfassung: Bedeutende Pflanze mit langer Tradition

Die Hanfpflanze ist eine bedeutende Nutzpflanze, deren Vielseitigkeit die Menschen schon in der Steinzeit entdeckten. Im alten China, aber auch in der europäischen Antike wurde Hanf zudem als Nahrungsmittel verwendet oder zur Linderung zahlreicher Beschwerden eingesetzt. Im Mittelalter war Hanf schließlich in fast allen Lebensbereichen von Bedeutung: Man benutzte es nicht nur in der Medizin, sondern auch zur Herstellung von Papier, Waffen, Seilen oder Segeltüchern.

Nachdem die Hanfpflanze zwischenzeitlich ein wenig aus dem Bewusstsein von Gesellschaft und Industrie verschwunden war, erlebte sie Mitte des 20. Jahrhunderts einen neuen Aufschwung, der bis heute anhält. Als alternativer und schnell wachsender Rohstoff wird die Hanfpflanze als Dämmstoff in der Bauindustrie eingesetzt, da er wasserabweisend und wärmend ist. Auch findet die Hanfpflanze als Nahrungs- und Nahrungsergänzungsmittel Verwendung, um zum Beispiel Hanföl oder die beliebten CBD-Produkte herzustellen, denen man viele positive Effekte auf die körperliche und geistige Gesundheit nachsagt.


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VITALHemp Vitalhemp ist ein Unternehmen aus Österreich, das seine CBD-Produkte zu …
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